Ortsheimatpflege

Der Landkreis Braunschweig

Duttenstedt gehörte bis zu seiner Auflösung am 01. März 1974 zum Landkreis Braunschweig. Die Eckpunkte der Existenz des Landkreises sollen hier kurz aufgezeigt werden.


In der Region um Duttenstedt herrschte vom Mittelalter bis in das 19. Jahrhundert hinein eine sehr inhomogene Verwaltungsstruktur. Es existierten zum einen die sogenannten Ämter. Dabei handelte es sich zunächst um Großwirtschaftshöfe (Domänen) der Landesherren. Im Bereich des späteren Landkreises Braunschweig waren dies die Ämter Eich, Neubrück und Campen.


Nachfolgend ist der Umfang dieser Ämter dargestellt. Dabei muss erwähnt werden, dass sich der Umfang im Laufe der Geschichte durchaus geändert hat.


Eich
Bortfeld
Völkenrode
Watenbüttel
Wedtlenstedt
Lamme
Denstorf
Groß Gleidingen
Klein Gleidingen
Sonnenberg
Timmerlah
Broizem
Neubrück
Neubrück
Thune
Wenden
Bienrode
Waggum
Bevenrode
Campen
Flechtorf
Beienrode
Lehre
Boimstorf
Rotenkamp
Abbenrode
Gardessen
Schandelah
Hordorf
Essehof
Weddel
Schapen
Volkmarode
Dibbesdorf

Ferner lag ein Teil des Residenzamtes Wolfenbüttel auf dem Territorium des späteren
Landkreises Braunschweig. Zu diesem gehörte:

die Landvogtei Bettmar
Wendeburg
Zweidorf
Sierße
Wahle
Bettmar
Liedingen
Köchingen
Bodenstedt
Woltorf (nur zur Hälfte)
Meerdorf (zeitweise)
Klostergericht Riddagshausen
Hondelage
Meerdorf
Harvesse
Klein Schöppenstedt
Querum
Gliesmarode
Riddagshausen
Melverode
Das fürstliche Gericht Vechelde
Vechelde
Vechelade
Sophienthal
Fürstenau
Das fürstliche Gericht Wendhausen
Das fürstliche Gericht Veltenhof
Das adlige Gericht Destedt
Cremlingen
Schulenrode
Destedt
Hemkenrode
Erkerode
Das adlige Gericht Groß Brunsrode
Das adlige Gericht Veltheim
Das adlige Gericht Lucklum
Das adlige Gericht Duttenstedt

Wappen von Braunschweig

Um 1744 wurde von der fürstlichen Regierung ein Plan ausgearbeitet, das Verwaltungswirrwar zu beseitigen. Der Plan wurde jedoch nicht ausgeführt.


Im Herbst 1806 besetzten französische Truppen das Fürstentum Braunschweig- Wolfenbüttel. Die Braunschweigischen Gebiete wurden anschließend von 1807 bis 1913 dem Königreich Westphalen zugeteilt, das vom Napoleon-Bruder Jérome regiert wurde. Ohne Rücksicht auf die bestehenden Strukturen wurde eine neue Verwaltungsstruktur nach französischem Vorbild , bestehend aus Departements, Distrikten und Kantonen eingeführt. Duttenstedt gehörte fortan zum Kanton Peine-Land im Departement Oker.


Nach dem Rückzug der Franzosen wurden diese Struktur sofort wieder aufgelöst. Anders als im Land Hannover nutzte Braunschweig die Situation für eine Neuordnung. Es wurden Kreisgerichte geschaffen, denen ein Oberhauptmann vorstand. Die kleinen adligen Gerichte wurden nicht wieder eingeführt. Die Gutsherren unterstanden dem Oberhauptmann und führten nur noch die Polizeiaufsicht durch. Das galt auch für Duttenstedt.


Per Gesetz vom 12. Oktober 1832 wurden zum 01.Januar 1833 die vorbeschriebenen Oberhauptmannschaften aufgelöst. An ihre Stelle traten die Kreisdirektionen. Dieses ist die Geburtsstunde des Kreises Braunschweig. Zum Herzogtum Braunschweig gehörten ferner die Kreise Wolfenbüttel, Helmstedt, Gandersheim, Holzminden und Blankenburg.


1850 wurde Thedinghausen bei Bremen dem Kreis Braunschweig angegliedert. Der Kreis hatte somit seinen größten Gebietsstand erreicht.


In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden die Gemeinden Veltenhof (1931), Gliesmarode, Querum, Riddagshausen, Melverode, Lehndorf, Ölper und Rühme (1934) aus dem Kreis ausgegliedert und der Stadt Braunschweig eingemeindet. Im Zuge der Gebietsneuordnung zur Gründung der Stadt Salzgitter wurden 1941 die Gemeinden Ölsburg, Neuölsburg sowie der braunschweigische Teil der Gemeinde Woltorf dem Landkreis Peine zugeordnet.


Am 08.November 1946 gründete die Britische Miltärregierung das Land Niedersachsen. Es bestand aus dem Land Braunschweig, den Freistaaten Oldenburg und Schaumburg- Lippe sowie dem Land Hannover, das erst kurz zuvor aus der preußischen Provinz Hannover gebildet worden war. Fortan übernahm der Landkreis Braunschweig so etwas wie die emotionale Nachfolge des Landes Braunschweig.


Im Vorfeld der sich abzeichnenden Gebietsreform wurde am 01. Juli 1972 der Kreisteil Thedinghausen (bei Bremen) vom Landkreis Braunschweig dem Landkreis Verden zugeordnet. Zeitgleich kam die Gemeinde Essenrode vom Landkreis Gifhorn zum Landkreis Braunschweig und wurde Bestandteil der neugebildeten Einheitsgemeinde Lehre.


Zum 1. März 1974 wurde der Landkreis Braunschweig aufgelöst. Er hatte zu diesem Zeitpunkt etwa 96.000 Einwohner. Duttenstedt und Essinghausen wurden Bestandteil der Stadt Peine.

Literatur

Dr. Edeltraut Hundertmark: Der Landkreis Braunschweig, Walter Dorn Verlag Bremen-Horn, 1965 Walter Geffers: Abschied vom Landkreis Braunscheig, in Heimatbote 1974 Gerd Biegel: Herzöge, Revolution und Nierentisch, 1200 Jahre Braunschweigische Landesgeschichte, Joh. Heinr. Meyer Verlag, Braunschweig, 1992.



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Detlef Haßelmann