Ortsheimatpflege

Jahr 1965

In Band 22 „Der Landkreis Braunschweig“ des 1965 vom Niedersächsischen Landesverwaltungsamt herausgegebene Werkes „Landkreise in Niedersachsen“ beinhaltet unter anderem interessante, statistische Angaben über Duttenstedt. Hier erfolgt eine Zusammenstellung der wesentlichen Aussagen:


Die Einwohnerzahl wird mit 900 angegeben. Bis zum 2. Weltkrieg waren es weniger als 500. Mit Vertrieben und Zugewanderten stieg die Zahl der Einwohner nach dem Krieg deutlich an. Der Anteil Vertriebener und Zugewanderter hatte 1951 mit 41 % der Bevölkerung in Duttenstedt seinen Hochpunkt. 1961 hatte Duttenstedt 214 Pendler, von denen 175 in Peine arbeiteten. Nur 18% der Duttenstedter gehören zur Gruppe der landwirtschaftlichen Bevölkerung, 51 % hingegen zur gewerblichen Bevölkerung. Von den landwirtschaftlichen Betrieben haben 4 Betriebe mehr als 40 ha Größe. Es gibt aber 28 Nebenerwerbsbetriebe mit einer Größe von weniger als 2 ha. Es gibt in Duttenstedt 1961 7 gewerbliche Betriebe mit 18 Beschäftigten und 5 Läden für den täglichen Bedarf mit 10 insgesamt Beschäftigten. Ferner hat die Braunschweigische Landessparkasse ein Sparstelle in Duttenstedt. Das Landesverwaltungsamt findet es erwähnenswert, dass es in Duttenstedt keine Genossenschaft gibt. 1964 gibt es noch keine Kanalisation oder Kläranlage. Eine zentrale Wasserversorgung wurde durch den Wasserverband Salzgitter-Peine gerade hergestellt. Die Elektroversorgung erfolgt über eine 15 kV-Freileitung von der Schaltstation in Essinghausen durch die HASTRA. An des Sprechtagen der Kreisverwaltung verkehrt 2 mal wöchentlich ein direkter Bus nach Braunschweig mit einer Fahrzeit von ca. 1 Stunde. Von Meerdorf geht an jedem Wochentag ein Bus nach Braunschweig. Da Peine 1965 eine kreisfremde Stadt ist, bestehen nur 3, im Winter 4 werktägliche Postomnibusverbindungen dorthin mit 15 Minuten Fahrzeit.


Im „gemeindestatistischen Anhang“ gibt das Werk weitere detaillierte Informationen über Duttenstedt: So betrug am 01.01.1960 die Gemeindefläche 577,2 ha, wovon 447,1 ha landwirtschaftliche Nutzfläche und 18,8 ha Gebäude-, Hof- und Industrieflächen waren. Duttenstedt hatte 1939 455 Einwohner, 1950 waren es 850 und 1961 764 (davon 402 weiblich!). 1961 waren 85,1% der Duttenstedter evangelisch und 13,5 % katholisch. Die Landwirtschaftlich Nutzfläche wird für 1961 mit 437,21 ha angegeben, die sich auf 61 (!) Betriebe verteilen. Es gab 45 Pferde, 388 Stück Rindvieh (davon 180 Milchkühe), 770 Schweine (darunter 73 Zuchtsauen), keine Schafe und 1412 Stück Geflügel. Von den 119 im Jahr 1961 vorhandenen Gebäuden wurden 67 vor 1919, 16 zwischen 1919 und 1948 und 36 ab 1949 erbaut. Es gab 197 Wohnungen, von denen 46,7% vermietet waren. Es gab 1961 in Duttenstedt 18 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten mit insgesamt 39 Beschäftigten. 4 dieser Arbeitsstätten werden dem Bergbau zugeordnet (vermutlich Kiesoder Mergelgewinnung), eine dem Baugewerbe, 5 dem Handel und 7 dem Handwerk. Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen 1961 insgesamt 35.047 DM, mithin ca. 17.500 €. Der Jagdbezirk Braunschweig-Land war in etwa deckungsgleich mit dem Landkreis Braunschweig und er bestand aus 7 Hegeringen. Duttenstedt gehörte mit Watenbüttel, Harvesse, Meerdorf, Wendeburg, Neubrück, Essinghausen, Wendezelle, Zweidorf und Bortfeld-Völkenrode zum Hegering 1, der etwa 6350 ha umfasste. Das folgende Zitat (Seite 393 des Werkes) ist für die zukünftige Entwicklung richtungsweisend: „ Der nordwestlichste Zipfel (des Landkreises Braunschweig), Meerdorf-Duttenstedt-Essinghausen hat durch seinen Vorsprung in den Kreis Peine hinein die geringste Bindung zu den anderen Teilen des Kreishauptteils,... Essinghausen, nur 3 km vom Zentrum der Stadt Peine entfernt, tendiert ausschließlich nach dort.“



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Detlef Haßelmann